Aktualisierung 12. Juni 2026: Google hat den Zeitplan für die vollautomatische Umstellung bestehender DSA-Kampagnen auf AI Max auf Februar 2027 verschoben (ursprünglich September 2026). Was im September 2026 trotzdem greift: Neue DSA-Kampagnen können ab dann nicht mehr erstellt werden, und Kampagnen mit automatisch erstellten Assets (ACA) sowie kampagnenweiter Broad-Match-Einstellung werden weiterhin ab September automatisch umgestellt. Die Vorbereitung unten bleibt sinnvoll, Sie haben jetzt mehr Zeit, sie sorgfältig zu machen.
Was sich 2026/2027 bei Google Ads ändert
Google löst Dynamic Search Ads (DSA) schrittweise ab. An ihre Stelle tritt AI Max für Search, eine neue Kampagnenform, die KI-Modelle nutzt, um Suchanfragen zu interpretieren, Anzeigentexte zu generieren und Klicks auszuspielen. Es gibt nach derzeitigem Stand kein dauerhaftes Opt-out. Die Umstellung läuft in zwei Phasen:
- September 2026: Neue DSA-Kampagnen können nicht mehr erstellt werden. Kampagnen mit automatisch erstellten Assets (ACA) oder kampagnenweiter Broad-Match-Einstellung werden automatisch auf AI Max umgestellt.
- Februar 2027: Alle verbleibenden DSA-Kampagnen werden automatisch umgestellt.
Für deutsche Autónomos, Restaurantbetreiber und Vermieter an der Costa Blanca, die Google Ads nutzen, stellt sich damit eine praktische Frage: Was bedeutet das konkret, und was sollte ich jetzt tun, statt von der Umstellung überrascht zu werden?
Die ehrliche Antwort: Für die meisten kleinen Konten ist die Umstellung keine Katastrophe, aber sie ist auch nicht egal. Es gibt klare Punkte, die jetzt geprüft werden sollten.
Was AI Max anders macht als DSA
Bei DSA gab es einen klaren Mechanismus: Google las Ihre Website, baute aus den Inhalten automatisch Anzeigentexte und entschied selbst, welche Suchanfragen zu welcher Unterseite passen. Sie als Werbetreibender lieferten die Website und ein paar Standardeinstellungen, der Rest war Googles Job.
AI Max geht einen Schritt weiter. Statt nur Ihre Website auszuwerten, kombiniert das System:
- Ihre vorhandenen Anzeigen-Assets (Überschriften, Beschreibungen, Bilder, Logos),
- Ihre Website als Kontext-Quelle,
- KI-generierte Varianten von Texten und Targeting-Signalen,
- breitere Suchanfragen-Interpretation, die über Keywords hinausgeht und auf Absichten zielt.
Das hat zwei Konsequenzen, die sich praktisch auswirken.
Erstens: Sie verlieren ein Stück Kontrolle über den exakten Wortlaut Ihrer Anzeigen. Anzeigen werden in Varianten ausgespielt, die Sie nicht alle vorher gesehen haben.
Zweitens: Sie gewinnen Reichweite, aber zum Teil in Bereichen, die zu Ihnen passen können – oder eben nicht. Wer auf einer deutschsprachigen Website “Webdesign Costa Blanca” anbietet, kann plötzlich auch bei Suchanfragen wie “Website machen lassen Alicante” oder “Internetseite günstig Spanien” auftauchen. Das kann gut sein. Es kann aber auch bedeuten, dass spanischsprachige Klicks von Nutzern kommen, die nie Kunden werden.
Warum das deutsche Costa-Blanca-Unternehmer besonders betrifft
Wer Anzeigen an eine sprachlich klar definierte Zielgruppe ausspielt – etwa “deutschsprachige Gäste in Dénia und Jávea” oder “deutsche Käufer in der Marina Alta” – hat bei DSA bisher mit relativ engen Spracheinstellungen, klarem Standortfilter und manueller Keyword-Disziplin gearbeitet. Genau diese drei Hebel werden bei AI Max anders behandelt.
Sprache. AI Max interpretiert Suchanfragen weiter als DSA. Eine Suchanfrage auf Spanisch kann zu einer deutschsprachigen Anzeige führen, wenn das Modell denkt, der Nutzer würde Ihr Angebot trotzdem brauchen. Klingt nett, ist aber oft Klick-Geldverschwendung.
Standort. Der Standortfilter funktioniert weiter, aber AI Max nutzt zusätzlich Verhaltenssignale. Ein Nutzer aus Madrid, der oft in Jávea ist, kann als “interessiert an Jávea” eingestuft werden. Das kann passen – oder nicht.
Keyword-Disziplin. Bei DSA war Ihre Ausschluss-Keyword-Liste das wichtigste Instrument, um irrelevante Klicks zu vermeiden. Bei AI Max wird diese Liste weiterhin gelesen, aber sie hat weniger Gewicht. Das System “lernt”, was zu Ihnen passt, und kann Ausschlüsse weicher interpretieren, als Sie es vielleicht gewohnt sind.
Wer an der Costa Blanca mit kleinem Budget arbeitet – also die Mehrheit der deutschsprachigen Selbstständigen –, spürt solche Veränderungen direkt im Konto. 50 € Tagesbudget vertragen keine 20 Prozent Streuverluste durch falschsprachige Klicks.
Was Sie konkret prüfen sollten, bevor die Umstellung greift
Sie müssen nicht heute alles ändern. Aber Sie sollten in den nächsten Monaten einen sauberen Überblick über Ihr Konto haben. Folgendes ist sinnvoll:
Asset-Inventur. AI Max funktioniert besser, wenn Sie eine ausreichende Zahl an Überschriften, Beschreibungen und Bildern hinterlegt haben. Wer noch mit nur drei Überschriften und einer Beschreibung pro Anzeige arbeitet, sollte aufstocken. Empfohlen sind mindestens acht bis zehn Überschriften und vier Beschreibungen je Anzeigengruppe, mit klar unterschiedlichen Botschaften.
Sprach- und Standortfilter neu setzen. Prüfen Sie, ob Sie wirklich “Deutsch” als Zielsprache markiert haben – nicht nur Ihre Anzeigentexte, sondern den Sprachfilter der Kampagne. Bei AI Max wird dieser Filter zur ersten Verteidigungslinie. Beim Standort: arbeiten Sie mit Radien um konkrete Orte (Dénia, Jávea, Calpe), nicht mit “ganz Spanien”.
Ausschluss-Keywords pflegen. Erweitern Sie Ihre Negativ-Listen. Begriffe wie “kostenlos”, “gratis”, “billig”, “Jobs”, “Praktikum” sollten in fast jedem Konto stehen. Branchenspezifisch kommen Begriffe dazu, die Suchanfragen außerhalb Ihres Zielsegments anziehen.
Final-URLs prüfen. Bei AI Max kann das System aus Ihrer Website passende Zielseiten auswählen. Wenn Sie auf Ihrer Website veraltete Seiten, alte Angebote oder Test-Unterseiten haben, können diese auf einmal als Landing Page verwendet werden. Was Sie nicht beworben sehen wollen, sollte entweder gelöscht oder explizit ausgeschlossen werden.
Conversion-Tracking ehrlich kontrollieren. AI Max optimiert auf Ihre angegebenen Conversions. Wenn Ihr Tracking nur Klicks oder Seitenaufrufe zählt, optimiert das System auf Klicks und Seitenaufrufe – nicht auf Anfragen. Wer auf Anfragen kommen will, muss Anfragen als Ziel definieren, sauber tracken und ausreichend Datenpunkte liefern.
Werbeerweiterungen vervollständigen. Sitelinks, Erweiterungen mit Telefonnummer, Standorterweiterungen mit dem Google-Geschäftsprofil und strukturierte Snippets liefern AI Max zusätzlichen Kontext. Konten mit lückenhaften Erweiterungen liefern dem System weniger zum Arbeiten.
Was an der Diskussion übertrieben ist
In den letzten Wochen liest man in einigen Blogs Sätze wie “AI Max wird Ihre Kosten verdoppeln” oder “DSA wird abgeschafft, alles ist verloren”. Beides ist Marketing, kein nüchterner Befund.
Was realistisch ist: Konten, die heute schlampig aufgesetzt sind – ohne saubere Asset-Bibliothek, ohne aktuelle Ausschluss-Liste, ohne ehrliches Conversion-Tracking – werden mit AI Max stärker leiden als unter DSA. Konten, die schon heute diszipliniert geführt werden, bekommen tendenziell mehr Reichweite zu vergleichbaren Kosten.
Mit anderen Worten: Die Umstellung verstärkt, was bereits da ist. Sie schafft keine neuen Probleme aus dem Nichts, aber sie deckt vorhandene Schwächen auf.
Was Sie als deutschsprachiger Unternehmer an der Costa Blanca jetzt tun sollten
Konkret, in vier Schritten:
- Schauen Sie in Ihr Google-Ads-Konto und prüfen Sie, ob Sie DSA-Kampagnen aktiv haben. Wenn ja, notieren Sie Tagesbudget, Conversion-Ziele und durchschnittliche Kosten pro Anfrage der letzten 90 Tage. Das ist Ihre Baseline.
- Holen Sie sich eine Übersicht über Ihre Assets, Filter und Ausschluss-Listen. Wer das selbst nicht überblickt, sollte einmal jemanden draufschauen lassen, bevor das System sich von alleine umstellt.
- Verbessern Sie die Punkte aus der Checkliste oben schrittweise. Sie brauchen das nicht in einer Woche zu machen. Drei Monate Vorlauf reichen, wenn Sie strukturiert arbeiten.
- Setzen Sie sich einen Termin im Kalender, für September, wenn Sie ACA- oder Broad-Match-Kampagnen haben, sonst spätestens für Anfang 2027, um in den ersten zwei Wochen nach der Umstellung auffällige Veränderungen bei Kosten, Klicks und Anfragen zu erkennen. Ohne diesen Check übersehen Sie auch deutliche Verschiebungen.
Was als nächstes
Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Google-Ads-Konto und Ihre Website für die AI-Max-Umstellung sauber aufgestellt sind, lohnt sich ein strukturierter Blick von außen. Im Rahmen des kostenlosen Website-Checks prüfe ich nicht nur Ihre Website und Ihr Google-Geschäftsprofil, sondern auf Wunsch auch die wichtigsten Punkte Ihrer Google-Ads-Kampagnen vor der Umstellung. Sie bekommen einen verständlichen Bericht auf Deutsch, mit konkreten nächsten Schritten – nicht mit Angstverkauf. Anfragen beantworte ich innerhalb von 24 Stunden.