Was 50 Websites über deutsche Unternehmer an der Costa Blanca verraten
In den vergangenen Monaten habe ich mir die Zeit genommen und systematisch rund 50 Websites von deutschsprachigen Unternehmern an der Costa Blanca analysiert. Restaurants in Dénia, Ferienvermietungen in Jávea, Handwerksbetriebe in Calpe, Wellness-Studios in Altea. Kleine Betriebe, die echte Arbeit leisten und echte Kunden brauchen.
Das Ergebnis war kein Zufall: Dieselben Fehler tauchen immer wieder auf. Nicht bei einzelnen Ausnahmen, sondern bei der Mehrheit der untersuchten Seiten. Das soll keine Kritik sein. Wer ein Unternehmen aufbaut, hat selten gleichzeitig Zeit, sich tief in Webdesign, DSGVO und lokale SEO einzuarbeiten. Die Probleme sind strukturell, nicht persönlich.
Hier sind die Befunde.
Fehler 1: Kein Impressum, keine Datenschutzerklärung
Der häufigste Befund überhaupt. Fast zwei Drittel der analysierten Websites hatten kein vollständiges Impressum oder eine veraltete Datenschutzerklärung, die seit der DSGVO-Einführung nicht mehr aktualisiert worden war.
Das ist kein Kavaliersdelikt. Wer eine deutschsprachige Website betreibt und deutsche Kunden anspricht, unterliegt der deutschen Impressumspflicht, unabhängig davon, ob der Betrieb in Dénia oder Hamburg sitzt. Abmahnungen sind selten, aber sie kommen vor. Und Google bewertet Seiten ohne rechtliche Angaben als weniger vertrauenswürdig.
Was auf einer Website stehen muss: Name und Anschrift des Betreibers, eine erreichbare E-Mail-Adresse und, wenn vorhanden, eine Steuernummer oder spanische NIE/CIF-Nummer. Dazu eine Datenschutzerklärung, die erklärt, welche Daten erhoben werden und wie Cookies eingesetzt werden.
Das ist kein bürokratischer Aufwand. Es ist ein Zeichen dafür, dass jemand hinter der Seite steht.
Fehler 2: Die Website funktioniert nicht auf dem Mobilgerät
Dieser Befund hat mich am meisten überrascht, obwohl er es eigentlich nicht sollte. Knapp die Hälfte der analysierten Seiten war auf einem Smartphone kaum benutzbar. Texte zu klein, Bilder abgeschnitten, Menüs nicht klappbar, Formulare nicht ausfüllbar.
An der Costa Blanca surfen die meisten Menschen über ihr Handy. Touristen, die ein Restaurant suchen, tippen während des Strandspaziergangs. Neuzugezogene, die einen Handwerker brauchen, googeln auf dem Sofa. Wer eine Seite besucht, die auf dem Mobilgerät nicht funktioniert, verlässt sie innerhalb von drei bis fünf Sekunden.
Google registriert das. Der Algorithmus bewertet Mobilfreundlichkeit seit Jahren als Rankingfaktor. Eine Seite, die auf dem Desktop schön aussieht, aber mobil versagt, rankt schlechter als eine schlichte, aber mobil funktionierende Seite.
Die gute Nachricht: Mobildesign ist heute kein Sonderprojekt mehr. Jede moderne Website wird standardmäßig responsive gebaut. Wenn die eigene Seite das nicht ist, ist sie wahrscheinlich einfach zu alt.
Fehler 3: Kein Google Business-Eintrag oder ein nicht verifizierter Eintrag
Rund 60 Prozent der analysierten Unternehmen hatten entweder keinen Google Business-Eintrag oder einen, der nie verifiziert und damit auch nie aktiv gepflegt worden war. Veraltete Öffnungszeiten, keine Fotos, keine Bewertungen.
Für ein lokales Unternehmen in Dénia oder Jávea ist der Google Business-Eintrag oft wichtiger als die Website selbst. Wer in der Google-Kartensuche erscheint, wird gefunden. Wer dort fehlt, ist unsichtbar, auch wenn die Website technisch vorhanden ist.
Ein vollständiger Google Business-Eintrag enthält: Öffnungszeiten, aktuelle Fotos, eine Beschreibung auf Deutsch und Spanisch, die korrekte Adresse und einen Link zur Website. Bewertungen kommen mit der Zeit, aber sie kommen nur, wenn der Eintrag überhaupt auffindbar ist.
Das Einrichten dauert eine Stunde. Die Verifikation über Postkarte oder Telefon noch einmal wenige Tage. Trotzdem bleibt es auf der To-do-Liste.
Fehler 4: Inhalte, die niemanden ansprechen
Viele der analysierten Websites hatten Text. Aber der Text war so generisch, dass er überall stehen könnte. „Wir bieten erstklassige Dienstleistungen für unsere Kunden.” Kein Ortsname, kein Hinweis auf die Zielgruppe, keine konkrete Leistungsbeschreibung.
Für jemanden, der in Calpe oder Moraira nach einem Elektriker sucht, hilft das nicht. Für Google erst recht nicht. Lokale Suchmaschinen-Optimierung beginnt damit, dass die Website überhaupt sagt, wo das Unternehmen tätig ist und wen es bedient.
Konkret fehlte in den meisten Fällen: der Name der Stadt oder Region, ein Hinweis darauf, ob deutschsprachige Kunden willkommen sind, und eine klare Beschreibung dessen, was angeboten wird. Statt „Immobiliendienstleistungen an der Costa Blanca” lieber: „Ich begleite deutsche Käufer beim Immobilienkauf in Jávea und Umgebung, von der ersten Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe.”
Konkreter Text ist kein Selbstzweck. Er beantwortet die Frage, die ein potenzieller Kunde im Kopf hat, bevor er auf die Seite kommt.
Fehler 5: Ladezeiten, die Besucher kosten
Ein technischer Befund, der sich durch fast alle Kategorien zog: langsame Ladezeiten. Bilder, die nicht komprimiert worden waren, veraltete Website-Baukästen, Plugins, die niemand mehr nutzt, aber die trotzdem geladen werden.
Eine Seite, die auf dem Mobilgerät länger als drei Sekunden braucht, verliert statistisch gesehen die Hälfte ihrer Besucher. Drei Sekunden. Das ist kein übertriebener Maßstab, das ist Nutzungsrealität.
Google misst Ladezeiten über seine Core Web Vitals und lässt sie in das Ranking einfließen. Eine langsame Website schadet doppelt: Sie treibt Besucher weg und senkt die Sichtbarkeit in der Suche.
Der häufigste Verursacher in der Analyse: unkomprimierte Bilder im Original-Format direkt von der Kamera. Ein 8-Megabyte-Foto muss nicht 8 Megabyte groß sein, wenn es im Browser angezeigt wird. Richtig komprimiert, verliert es keine sichtbare Qualität, lädt aber fünfmal schneller.
Was diese Befunde bedeuten
Die fünf Fehler, die sich durch die Analyse ziehen, haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind alle lösbar. Keiner davon erfordert einen kompletten Neustart. Die meisten lassen sich mit den richtigen Handgriffen in Tagen beheben, nicht in Monaten.
Das Muster zeigt aber auch etwas anderes: Viele Unternehmer an der Costa Blanca haben eine Website, weil eine Website eben dazugehört. Nicht, weil jemand mit ihnen gesprochen hat, was die Seite eigentlich leisten soll. Ein Impressum fehlt, weil niemand erklärt hat, warum es notwendig ist. Der Google-Eintrag liegt brach, weil der Webdesigner beim Launch nicht dabei geholfen hat, ihn einzurichten.
Das ist keine Nachlässigkeit. Das ist eine Beratungslücke.
Eine Website, die rechtlich sauber ist, auf dem Handy funktioniert, bei Google auffindbar ist und klar sagt, wer was wo anbietet, ist keine Ausnahmeleistung. Sie ist der Ausgangspunkt.
Nächste Schritte für Ihren Betrieb
Wenn Sie sich in einem oder mehreren der beschriebenen Punkte wiedererkennen, ist das ein guter Ausgangspunkt. Überprüfen Sie Ihre eigene Seite mit dem kostenlosen Mobilfreundlichkeitstest von Google. Suchen Sie Ihren Betrieb in Google Maps und schauen Sie, was erscheint. Rufen Sie Ihre Website auf dem Smartphone auf und versuchen Sie, das Kontaktformular auszufüllen.
Was Sie dabei feststellen, gibt Ihnen eine ehrliche Bestandsaufnahme.
Wenn Sie dabei Unterstützung möchten, weil die Seite zu alt ist, zu langsam, oder weil Sie gar nicht wissen, wo anfangen, können Sie sich direkt bei mir melden. Ich schaue mir Ihre Website an und sage Ihnen, was die dringlichsten Punkte sind. Ohne Verkaufsgespräch, ohne Angebotspräsentation. Einfach eine ehrliche Einschätzung von jemandem, der diese Probleme jeden Tag sieht.
Schreiben Sie mir unter webdesign-costablanca.com oder über das Kontaktformular. Ich antworte innerhalb von 24 Stunden.